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Mit diesem Foto aus dem Jahre 1984 fängt meine Begegnung mit Oscar Straus "Tapferen Soldaten" an. Der sachverständlige und bescheidene Herr Lauermann, noch immer tätig beim Musikantiquariat des Hauses Doblinger, hat mir diesen Klavierauszug buchstäblich ausgegraben. Nach dem "Walzertraum", der den Wienern auf dem Leib geschrieben war, wollte Oscar Straus gerne wieder zur Operette wie sie Jacques Offenbach kreiert hat: als Parodie auf die Aktualität seiner Zeit. Dass dieses Werk gerade vor zwei Weltkriegen (und zwar auf komische Weise) den Wahnsinn solcher verheerende Zeiten schildert ist prophetisch zu nennen. 
Der Tapfere Soldat dürfte 1916 in den NiederLanden noch gespielt werden, da es unbeteiligt am 1.Weltkrieg war. Wieso wurde "The chocolate Soldier" zuerst vor allem in England und Amerika populär? Liegt es an der musikalischen Sprache? Es gibt folgende köstliche Geschichte, die Oscar Straus selber erzählt hat: "Als ich etwa 14 Jahre alt war wurde der "Mikado" eine Operette des Englischen Duo Gilbert & Sulivan in Wien gespielt. Ich wollte dort gerne hin, aber mein Onkel, Oberhaupt der Familie, hatte es mir verboten. Darauf bestach ich den ehrwürdigen Nepomuk, der schon Jahrzehnte unser Diener war, mit einem Betrach aus meinem Taschengeld. Nepomuk schlüpfte zur rechten Zeit in meinem Bett, als mein Onkel, der uns Kinder gewöhnlich einen Kuss zur guten Nacht, auf die Stirn zu drücken pflegte kam. Und ich sass seelig im Theater. Oscar Straus meinte dass ihn die Mikado Aufführung sehr geprägt hat. Auch das Buch, geschrieben von dem Irischen Nobelpreisträger George Bernard Shaw, hat sicherlich zu einem angelsächsischen Erfolg beigetragen. Und dann war da der ganz grosse Schlager "Komm Held meiner Träume" / My Hero, von dem Franz Lehár neidlos sagte: "Dieses Lied allein hat mehr zur Kunstgattung Operette beigetragen als so manches Werk aus letzter Zeit". Sogar Arnold Schönberg hat das Lied mit seinen Schülern zum Studium analysiert.

Erwin Straus, sein Sohn hat viel später in Erinnerung an seinem Vater gesagt: "Er war so etwas wie ein musikalische Zigeuner; wo immer wir waren sei es Paris oder New York, er fand immer den richtigen Ton, ohne seine eigene Idendität zu verlieren. Es war immer echter Straus". Prof. Franz Mailer hat's treffend gesagt: er war eben "Weltbürger der Musik!" Robert Stolz, damals Kapellmeister am Theater an der Wien, hat zusammen mit Oscar Straus im Herbst des Jahres 1908 die Proben geleitet. Grete Holm (Stolz's erste Frau) sang die Partie der Nadina. In seinen Memoiren "Servus Du" sagt Stolz: "Obwohl er nicht so ungeheuer populär wie sein Walzertraum wurde, habe ich doch immer den Tapferen Soldaten für Oscars brillantestes und characteristischtes Werk gehalten. Shaws respektloser messerscharfer Witz war genau die Inspiration, deren Oscar bedurfte, um seinen sprühenden, hintergründigen Humor zur Geltung zu bringen. Er war ein Wiener Offenbach oder das Offenbach-Nächste, das Wien hervorgebracht hat." Straus selber hatte schon früher bemerkt: "Wenn jeder der mir jetzt sagt der Tapfere Soldat sei ein Meisterstück, damals auch tatsächlich ins Theater gegangen wäre, hätte man es in Wien länger gespielt wie die Fledermaus, Lustige Witwe und Dreimädelhaus zusammen!"
Zum 110. Geburtstag des Tapferen Soldaten hat Prof. Peter Widholz, President der Johann Strauss Gesellschaft Wien, mit seinem Klassischen Operettenensemble dieses Werk in einer szenischen Neufassung in Kammermusikalischer Form in Wien auf die Bühne gebracht. Zusammen mit meine Eltern durfte ich am 15. Mai 2008 die Premiere miterleben. Oscar Straus Enkelin Frau Inge Prebil-Straus hatte uns dazu herzlichst eingeladen. Die Aufführung übertraf meine Erwartungen, obwohl ich schon die hervorraenden Produktionen der Operetten "Rund um die Liebe" und "Nachtfalter" kannte. 
Theresa Gardner (Mitte) sang und spielte scheinbar mühelos die Partie der Nadina, und kreierte aus dem Ohrwurm "Komm Held meiner Träume" eine vollendete wie man sie selten hört, aber wie Oscar Straus sie sicherlich gemeint hat. In Peter Widholz lebt die einmalige Wiener Tradition des Alexander Girardis fort. Nicht nur im Schauspiel und Gesang aber auch im Inhalt der Dialoge, die er sehr zum Vorteil des Werkes bearbeitet hat. Das blöde Heldendasein wird durch Logik und Köpfchen des Anti-Helden (eben der Schweizer Praliné-Soldat Bummerli) niedergesäbelt. Und dies war genau das Motto das Oscar Straus und G.B. Shaw anstrebten. 
Teresa Gardner, Christine Marek, Hanna Remmer, Johannes Föttinger, Gerhard Schifko und Peter Widholz. Ingrid Nowotny (Kostüme), Margit Fussi (die musikalische Seele), und Dr. Paul Prebil verteilt die Schokolade. Man soll es als eine grosse Leistung betrachten dass die Mitglieder der Johann Strauss Gesellschaft Wien sich bemühen ein Stück Kultur Österreichs zu propagieren und somit vor der versenkung zu behüten. Möge diese Pioniersleistung inspirieren und auch von anderen Theatern aufgegriffen werden! 
Kuriosum: in Ischl signierte Straus mit dem Walzertraum, in New York mit dem Tapferen Soldaten.
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Rafael Marques abrió el marcad...
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